Erfahrungen mit der Zeltsternwarte

Je komplexer die Ausrüstung, desto länger dauert es, das Teleskop aufzubauen und einzurichten. Schlimmer noch: Wenn man mitten in der Nacht oder am frühen Morgen todmüde ist, möchte das ganze Geraffel auch noch wieder sauber und ordentlich verstaut werden. Außerdem geht so jegliche Spontanität verloren und man kann auf diese Weise sicher keine 2-3 Stunden Wolkenlücke in der Nacht nutzen. 

Diesen Aufwand einzusparen und spontan die in Mitteleuropa rar gesäten klaren Nächte zu nutzen, das wäre mein Traum und geht im Grunde nur mit einer Sternwarte. Dafür braucht man aber einen richtig guten Beobachtungsplatz, am besten auf seinem eigenen Grundstück und einen prall gefüllten Geldbeutel. Eine halbwegs vernünftige Sternwarte kostet mit Fundament und Aufbau locker um die 10.000 Euro. Mindestens.

Die Lösung: Eine Zeltsternwarte

Also muss eine Alternative her. Natürlich deutlich kostengünstiger und am besten auch mobil einsetzbar. Eine mögliche Lösung: Die transportfähige Zeltsternwarte! Nachfolgend stelle ich Euch ein günstiges Modell vor:

Die Zeltsternwarte hat einen Bodendurchmesser von fast 3 Metern und bietet somit ausreichend Platz für fast alle Stative. Sie bietet an allen vier Wänden die Möglichkeit, per Reißverschluss einen Eingang zu öffnen. Diese sollte man während der Astroaufnahmen natürlich geschlossen halten, denn die Sternwarte dient auch als Windschutz.

Wie man sieht, ragt das Teleskop weit aus dem Dach heraus. Somit könnten auch tiefer gelegene Objekte angefahren werden. Das macht man aber eher nicht, weil man im flacheren Winkel durch atmosphärische Störungen schlechtere Sicht hat. Für meinen Geschmack dürfe das Zelt ruhig etwas höher sein, denn in dieser Position des Teleskops („Homeposition“) bekomme ich das Dach nicht wieder angebracht. Das Teleskop muss dafür um 90 Grad geschwenkt werden und in die horizontale Position gebracht werden. Ein Nachteil.

Die Platzverhältnisse in der Breite sind recht üppig. Man kann unproblematisch in dem Zelt Platz finden, um das Teleskop dort aufzubauen oder Einstellungen daran vorzunehmen. Allerdings muss man sich ganz schön klein machen, um durch die engen Öffnungen in das Zelt zu gelangen. Noch ein Grund, warum es ruhig etwas höher sein dürfte…

Fazit

Also hat auch diese Lösung so ihre Macken. Trotzdem bekommt man eine gute Gegenleistung für sein Geld. Das Allerwichtigste: Das Zelt ist tatsächlich Wetterfest. Ich habe zeitweilig das Teleskop tagelang dort drinnen gelassen und es hat einige Regenschauer problemlos und trocken überstanden. Daumen hoch dafür! Trotzdem baue ich es bei angekündigten Schlechtwetterphasen wieder ab.

Ich würde nicht dazu raten, das Teleskop das ganze Jahr darin zu lassen. Aber dafür ist es meiner Meinung nach auch nicht gedacht. Weitere Tipps findest Du hier…